Donnerstag, 28. Juli 2016

29.07.2016 - Verschwörungen und negatives überall

Liebe Leser,

die Zeit schreitet mal wieder unglaublich schnell voran. Eigentlich wollte ich in den letzten Tagen noch ein paar Livestreams machen, was ich aber leider überhaupt nicht geschafft habe, da ich Japan noch ein wenig erkundet habe und die letzten Tage hier bestmöglich nutzen wollte bzw. will. Morgen verbringe ich den letzten Tag bei meiner Gastfamilie und dann geht es noch für ein paar Tage zu meiner Freundin bevor ich zurück nach Deutschland fliegen werde. In den letzten Tagen verfolge ich auch das politische Geschehen in Deutschland und Europa mal wieder ein wenig mehr und muss sagen, dass ich teilweise wirklich erschüttert bin. Weniger sind es aber die Taten geistig anscheinend nicht ganz so klarer Menschen, sondern der ganze Hass und Irrationalismus der einem ins Gesicht geworfen wird, wenn man Twitter aufmacht oder die Kommentare auf verschiedenen Seiten ließt.



Der Hass, der teilweise gegen Flüchtlinge und Ausländer fließt ist meiner Meinung nach einfach nur beschämend. Natürlich kann ich aber auch die Angst verstehen, die viele Leute haben. Sie haben Angst, dass wenn sie auf die Straße gehen zusammengeschlagen zu werden oder von einem Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt zu werden. All diese Ängste kann ich verstehen und ich selbst habe auch Angst nachts durch die Straßen Deutschlands zu spazieren. Auch ist es wohl ein Fakt, dass es wesentlich unsicherer in Deutschland geworden ist, als es vielleicht noch vor einigen Jahren war. Man muss Dinge und Situationen aber immer in Verhältnissen betrachten.

Ich finde eine sehr schöne Art und Weise sich dem Problem zu nähern in Wahrscheinlichkeiten zu denken. Wie hoch ist die Chance durch einen Terroranschlag zu sterben? In Zahlen lässt sich das schwer sagen, aber ich denke, dass wir uns einig sind, dass die Chance durch einen Terroranschlag wesentlich geringer ist, als in einem Verkehrsunfall zu sterben. Um das zu wissen, braucht man sich nur die Zahlen derjenigen anschauen, die im Jahr durch Verkehrsunfälle gestorben sind und diese Zahl mit denen zu vergleichen, die in Deutschland bisher durch Terror gestorben sind. Dennoch fahren jeden Tag unzählige Leute mit dem Auto und setzen sich dieser Gefahr aus.

Das Problem ist, dass Dinge, wie Terroranschläge einfach unglaublich medial gepuscht werden und unglaubliche Angst streuen. Diese Angst kann entstehen, weil die meisten Menschen nicht rational und in Wahrscheinlichkeiten denken. Denken in Wahrscheinlichkeiten liegt aber viel näher an der Realität, weil die Realität an sich, zumindest auf Quantenlevel, dem Zufall obliegt und man dort nur mit Wahrscheinlichkeiten Vorhersagen treffen kann. Wir verwenden diese Art zu denken in unglaublich vielen Bereichen unseres Lebens ohne es zu merken. Wenn wir auf einem Hochhaus stehen werden wir niemals auf die Idee kommen vom Dach zu springen, es sei denn wir wollen uns selbst umbringen. Warum springen wir nicht? Wir haben es ja noch nie ausprobiert und die Leute, die es bisher gemacht haben, könnten ja einfach nur Pech gehabt haben. Vielleicht stirbt man ja gar nicht, wenn man springt? Wer weiß das schon, bevor man es nicht mal ausprobiert hat?

Wir benutzen in diesen Beispiel die Physik bzw. Wissenschaft als Referenz und ordnen dem Springen von einem Hochhaus eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit des Todes zu. In solchen Situationen denken wir also ganz unterbewusst in Wahrscheinlichkeiten und wählen den Weg, der uns am Leben erhält.

Nun ist die Chance durch einen Terroranschlag zu sterben wirklich sehr gering und deswegen finde ich, dass man auch keine große Angst haben sollte vor einem solchen. Man sollte sein Denken und handeln da viel mehr an der Wissenschaft als Referenz gepaart mit einem Denken in Wahrscheinlichkeiten ausrichten, denke ich. So handelt man mit der Realität möglichst im Einklang und kann eigentlich gar nichts falsch machen.

Eine andere Sache, die mir sehr negativ auffällt sind die ganzen Extremisten und Verschwörungstheoretiker, die in den letzten Jahren und Monaten aus dem Boden schießen. Die meisten dieser Leute verdrehen Fakten und leben in einer Art Blase ihrer eigenen Glaubensgrundsätze. Leider leugnen diese Leute die Realität oft komplett und kritisieren alles und jeden, der nicht ihrer Meinung ist. Die Politik ist scheiße, die Erde eine Scheibe und Chemtrails gibt es auch. Außerdem hat der Nordpol ein großes Loch, was von der NASA schon seit Jahren verschwiegen wird. Auch sind Statistiken und Fakten öffentlicher Institutionen alle gefaked und nicht richtig. Allein das was man selbst glaubt hat Richtigkeit.

Ich frage mich immer, warum man sich überhaupt mit solchen Dingen beschäftigen muss? Warum muss man sich damit beschäftigen, ob im Nordpol nun ein Loch ist oder nicht? Wen interessiert es, ob die Bundeskanzlerin eine Marionette ist oder nicht? Das sind alles Dinge auf die ein einzelner Mensch, so wie wir es sind, einfach überhaupt keinen Einfluss hat. Ich kann die Politik nicht ändern und deswegen will ich auch nicht meine Zeit damit verschwenden darüber nachzudenken. Ergibt es nicht viel mehr Sinn sich mit Dingen zu beschäftigen auf die man auch einen Einfluss hat?

So halte ich es für wesentlich sinnvoller an sich selbst zu arbeiten und zu schauen, dass man einen gesunden Lebensstil führt und versucht einen möglichst großen positiven Einfluss auf die Welt und Menschheit zu haben. Das ist auch gar nicht so schwer. Wenn man zum Beispiel YouTuber ist, kann man sich über seine Verantwortung gegenüber gerade den jüngeren Zuschauern bewusst werden und ihnen zeigen, wie man sich gesund ernährt, wie man besser mit Emotionen negativer Art usw. umgeht. Das Wissen zu all den Dingen liegt vor uns. Es steht alles niedergeschrieben im Internet. Es ist nicht schwierig sich mit Neurowissenschaften zu beschäftigen, eine Menge über sich selbst zu lernen und die Erkenntnisse dann an andere Menschen weiterzugeben. So kann man einen positiven Einfluss auf eine große Anzahl von Menschen haben. Zu Hause zu sitzen und über Chemtrails oder sonst was zu philosophieren bringt absolut nichts und bringt die Menschheit auch nicht weiter.

Wir sind nicht einzelne Menschen, die machen können was sie wollen. Wir haben eine Evolutionsbiologische Aufgabe. Was diese Aufgabe ist, erkennt man, wenn man sich die Evolution des Menschen anschaut. Wir haben uns seit jeher immer und immer weiterentwickelt und genau das ist auch der Sinn des Lebens, meiner Meinung nach. Wir müssen uns weiterentwickeln. Das können wir aber nicht mehr alleine. Wir sind als Menschen alle verbunden durch unsere Gehirne und Spiegelneuronen. Sind im Übrigen auch alles Erkenntnisse der Neurowissenschaften.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir als Menschheit mehr zusammenhalten und uns gegenseitig mehr helfen. Wir sind alle Teil eines großen und ganzen und wenn wir nur der Meinung sind uns bekriegen zu müssen, dann werden wir alle irgendwann nicht mehr auf dieser Erde leben können. Wir müssen Verantwortung übernehmen und als gute Vorbilder vorangehen. Meckern und nörgeln bringt gar nichts. Einen positiven Einfluss auf sein Umfeld auszuüben bringt, aber etwas und inspiriert andere Leute sich auch für gutes einzusetzen.

Kommentare:

  1. Die Statistik ist beim Terror kein Argument da es ein künstliches Problem ist, das durch eine falsche Einwanderungspolitik und einen zu laschen Justizapparat geschaffen wurde. Würdest du so ein Argument bei den NSU Morden bringen? Wär wahrscheinlich politisch unkorrekt.
    Dazu kommt noch das viele aus ideologischen Gründen (Multi Kulti) nicht schlecht über Nichtdeutsche/Nichtdeutsches reden wollen. Man Vergleiche die wütenden Reaktionen zu #Aufschrei mit den Reaktionen zu den Vergewaltigungen und Belästigungen in der Kölner Silvesternacht. Die Täter waren eben keine Deutschen. Anstatt die Tat zu Verurteilen werden jedes mal Sätze raus gehauen wie: "Das wird jetzt der AfD helfen". Anschließend werden Lichterketten gegen Rechts organisiert.

    Zu den Verschwörungstheorien gebe ich dir Recht. Diese widersprechen sich oft auch gegenseitig. Meistens haben Menschen vorgefertigte Schablonen die sie über alles legen. Die meisten Verschwörungstheoretiker wissen schon bevor die Tat passiert ist das der CIA dahinter steckt. Leute die an besonders viele Verschwörungen glauben scheinen oft auch einen psychischen Knacks zu haben.
    Da solltest du wie zu dem Youtube/Unge Thema wieder etwas mit Seb aufnehmen. Der ist davon ja stark betroffen wie du auf Twitter sicher mit bekommen hast. :D

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    2. "Dazu kommt noch das viele aus ideologischen Gründen (Multi Kulti) nicht schlecht über Nichtdeutsche/Nichtdeutsches reden wollen."
      Du stellst das als Zwang von außen dar. Sicherlich gibt es diesen Zwang auch (siehe Shitstorms bei nicht-Mainstream Äußerungen auf Twitter), aber was ist mit den Leuten, die von Innen heraus nicht in den Kategorien "Deutsch" und "Nichtdeutsch" denken, sondern jeden Menschen einzeln betrachten?

      Davon abgesehen, ich habe mit Unge schon seitdem er für mich seine "Street Credibility" verloren hat (in etwa bei der USA Reise) abgeschlossen. Was ist denn da grade los? Und wie hängt Seb da mit drinnen?

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  2. Schön jemanden zu haben, der noch rational denkt. Ich stimme dir von oben bis unten zu. Ich meine zwar irgendwo gelesen zu haben, dass der Mensch beim Denken seine Emotionen nicht ausschalten kann, aber bei allen, die sich wegen der Terroranschläge in die Hosen machen, habe ich das Gefühl, dass sie ihren Kopf ausgeschaltet haben und ihren Gefühlen das Denken überlassen. (Tut mir leid, ich wollte eigentlich was Intelligenteres zu dem Eintrag schreiben, allerdings ist es mir nicht gelungen ) :)

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  3. Danke! Endlich fasst mal jemand all das zusammen, was gerade passiert! Ich bin in jedem Abschnitt deiner Meinung. Am liebsten würde ich alles von dir zitieren und unterschreiben, aber ich habe mir die wichtigsten beiden Erkenntnisse mal rauszitiert, um die sinnbildlich nochmal zu unterstreichen:

    " Leider leugnen diese Leute die Realität oft komplett und kritisieren alles und jeden, der nicht ihrer Meinung ist. [...] Allein das was man selbst glaubt hat Richtigkeit."
    Das ist das Problem. Es gibt nur "meine Meinung" oder "keine Meinung" und keinen wirklichen Dialog mehr. Wen ich in der Realität kenne und schätze, der hat wahrscheinlich sowieso meine Meinung, und was ich online lese - wo wir widersprochen wird - das sind doch eh alles nur Idioten. Was wissen die schon von mir? Ich hab da den besseren Durchblick.
    Dieses Denken ist krankhaft und verhindert genau das, was ich im folgenden gerne nochmal zitieren möchte:

    "Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir als Menschheit mehr zusammenhalten und uns gegenseitig mehr helfen. Wir sind alle Teil eines großen und ganzen"
    Das ist auch meine Maxime. Ich will kein großes Haus und keinen Sportwagen. Gut, vielleicht will ich schon einen guten Computer, und auch das ein oder andere Luxusgut. Aber ich will (und hofe inständig, dass ich es mit zunehmenden Alter nicht aus dem Blick verliere!) das "Große und Ganze" weiterbringen. Forschung. Wissenschaft. Ein besseres Verständnis der Welt. Ich glaube, wenn die Menschen einmal auf dem Mars landen, wird für mich einer der glücklichsten Tage sein. Allein beim Gedanken daran wird mir warm ums Herz. Warum müssen wir uns gegenseitig Schaden zufügen, warum müssen wir uns gegenseitig bekriegen und als Konkurrenten sehen, die es niederzudrücken gilt, wenn wir gemeinsam etwas schaffen können und gemeinsam feiern können? Nicht an die banalen Kleinigkeiten denken, die uns unterscheiden, sondern betrachten, welche riesigen Ähnlichkeiten und vereinen- wir sind Menschen, wir können denken, wir können miteinander fühlen und gemeinsam großes schaffen.

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