Sonntag, 5. April 2015

Der Plan beginnt ab Montag den 06.04.2015 - Ich bin bereit!

Liebe Leser,

es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Eintrag auf diesem Blog. Heute möchte ich euch von meinem Plan für die nächsten Wochen erzählen. Ich bin selbst mal gespannt, wie sich dieser Plan umsetzen lässt und wann ich an meine Grenzen stoßen werde. Generell macht man aber eigentlich nie etwas falsch, wenn man sich sehr ehrgeizige und kaum erreichbare Ziele setzt, denke ich. Natürlich sagen Leute einem immer man soll kleine Etappenziele formulieren und diese dann anstreben, was auch eine gute Sache ist, aber das große Ziel am Ende sollte schon ein ehrgeiziges sein, was einen dazu zwingt diszipliniert zu arbeiten. Im Grunde trägt jeder die Disziplin in sich, der ein oder andere muss sie nur vielleicht erst entdecken. 

Bevor ich jetzt detailliert in den Plan einsteige, möchte ich euch erst einmal erzählen, was mich am gestrigen Tag so gedanklich beschäftigt hat. Die letzten Tage habe ich mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, wie ihr sicherlich mitbekommen habt und ein zentraler Teil dieser ist natürlich auch die Disziplin bzw. das ändern von alten Mustern. Leider musste ich da gestern und heute ein paar Rückschläge hinnehmen. Es ist nämlich echt nicht so einfach neue Prinzipien zu etablieren und alte komplett aufzugeben. Ich habe gedanklich oft das Gefühl, dass da etwas neues fremdes ist, was vielleicht doch nicht so gut ist und das hemmt mich dann. Dass es etwas neues und fremdes ist, ist ja eigentlich vollkommen klar, man muss es dann nur schaffen seine Ängste zu überwinden und den Weg zu gehen.

Die letzten beiden Tage hatte ich auf jeden Fall schwer mit dem Essen zu kämpfen, was vielleicht auch dran liegt, dass wir momentan Ostern haben und es da immer richtig gutes und vor allem auch viel Essen gibt. So habe ich gestern und Heute ordentlich reingehauen und viel zu viel gegessen. Mein Bauch fühlt sich nicht gut an und gleich steht noch eine Runde Badminton an, die richtig anstrengend wird, weil die Japaner alle total gut sind. Das Essen ist aber auch eines meiner Schwachpunkte. In vielen Bereichen fällt es mir überhaupt nicht schwer diszipliniert zu sein, aber was das Essen angeht, werde ich immer wieder aufs Neue schwach. Das muss ich endlich mal in den Griff bekommen und werde ich mit Hilfe des neuen Plans hoffentlich auch.

Ansonsten verlief der gestrige Tag sehr entspannt und ich habe ein wenig Japanisch gelernt. Abends habe ich dann, nach gut 2 Wochen, mal wieder mit dem guten Sven gesprochen und danach dann das Bett aufgesucht. Gedanklich habe ich mich den Tag über aber weiter auf den Beginn meines Plans konzentriert und die nötige Motivation innerlich aufgebaut, um das ganze ab Morgen auch durchziehen zu können. Es ist sehr wichtig bei mir, dass ich, bevor ich etwas starte, genügend Zeit habe, um meinen Kopf darauf vorzubereiten.

Nun aber zum Plan an sich. Der Plan soll mir dabei helfen innerhalb der nächsten 4 Wochen die letzten 3 großen Kapitel der Japanischen Mittelstufe abzuschließen, eine Menge an Vokabeln und Kanji zu lernen und meine Sprachfähigkeiten in der Praxis enorm zu erweitern. Ich möchte schauen wie weit ich in 4 Wochen kommen kann und wo meine Grenzen beim Lernen liegen. Deswegen werde ich jeden Tag 30 Vokabeln lernen, 10 Schriftzeichen, einen Text lesen, Hör- sowie Schreibübungen machen und natürlich noch das was ich in der Uni machen muss. Nebenbei möchte ich außerdem meinen Körper wieder fit bekommen und meine Essgewohnheiten normalisieren. Für Entspannung soll auch gesorgt sein und Lesen möchte ich auch.

Bevor ich euch erzähle, wie genau ich mir meinen Tagesablauf der Woche vorstelle, zeige ich euch mal den Plan in seiner schriftlichen Form.





Dies ist erst einmal der Plan bis Ende April. Wenn alles so läuft, wie es dort drauf steht, dann bin ich sogar schon vor Ende April mit meinem Buch durch und kann dann das aus der Uni weiter vorantreiben, um auch damit früher fertig zu sein. Der Plan dazu wird aber erst gemacht, wenn abzusehen ist, dass ich diesen Plan hier wirklich umsetzen kann, auch wenn das für mich ein Scheitern eigentlich außer Frage steht. Die Sachen für die Uni habe ich in den Plan jetzt noch nicht komplett eingebaut, sodass es also nochmal ein wenig mehr pro Tag ist. Das sind jetzt nur die Dinge, die ich zusätzlich für Japanisch machen möchte. 

Meinen generellen Tagesablauf stelle ich mir wie folgt vor:

Der Tag beginnt mit dem Aufstehen um 5 Uhr. Dann werde ich eine halbe Stunde lang, Dehn- und Kraftübungen machen, um ein wenig gelenkiger und schneller zu werden. Danach wird dann geduscht und bis kurz vor 7 Vokabeln und Kanji gelernt. Nachdem ordentlich gelernt wurde, mache ich mich auf den Weg zur Uni, in der ich jeden Tag von 8:30 bis 10:00 Uhr Japanisch habe. Die Zeit, die ich früher in der Uni bin, werde ich zum Lesen nutzen. Montags habe ich dann von 10:00 bis 12:30 Uhr eine Freistunde. Diese werde ich dazu nutzen neue Grammatik zu lernen und zu wiederholen. Bis 16 Uhr habe ich dann Unterricht und wenn ich wieder zu Hause bin, geht es zum Tischtennistraining. Nach erfolgreichem Training wird dann noch ein wenig neues gelernt und gegebenenfalls nochmal die Vokabeln wiederholt. Als Schlafenszeit habe ich  bzw. 21:30 angepeilt.

Dienstag habe ich um 10 Uhr aus und werde danach zu Hause alle Aufgaben des Plans erledigen. Mittwoch ebenso, nur dass ich dort um 14:30 Uhr noch Tandem habe, bei dem ich besonders meinen Sprachstil verbessern möchte. Donnerstag hänge ich leider bis 18 Uhr in der Uni, habe aber eine Freistunde, in der ich dann alle Punkte des Plans erledigen möchte. Freitag werde ich morgens zum Bridge mit den Japanern gehen und Abends dann noch zum Badminton. Das Wochenende wird so aussehen, dass ich den Samstag und Sonntag für den Plan und die Sachen aus der Uni nutzen werde. Am Sonntag wird außerdem Badminton gespielt.

Der Körper wird also an 3 Tagen durch guten Sport gefördert und zusätzlich jeden Morgen durch eine Stunde Übungen. Schlaff sollte ich an die 7 bis 8 Stunden haben, was auch vollkommen ausreichend ist und was das Essen angeht so werde ich mich Mittags mit einem guten Grüntee und einer Miso-Suppe sowie Abends mit dem Essen meiner Mutter versorgen.

Soziales habe ich bis auf das Tandem und die sportlichen sowie Uniaktivitäten nicht wirklich was eingeplant, aber in Zeiten in denen man seine Ziele zielstrebig verfolgen möchte, geht das auch nicht immer. Man muss Prioritäten setzen und ich habe mich nun dazu entschieden diese in den nächsten 4 Wochen definitiv auf die Sprache zu setzen. Vielleicht werde ich die meiste Zeit in den nächsten 4 Wochen dann relativ in Isolation verbringen, aber ich bin mir sicher, dass ich dafür in Japan wesentlich besser in der Lage sein werde Kontakte zu knüpfen, einfach weil mein Japanisch viel besser sein dürfte, als wenn ich diesen Plan nicht umsetzen würde. Natürlich möchte ich euch auch immer wieder mit kleinen Einträgen auf diesem Blog auf dem Laufenden halten.

Ich bin sehr gespannt, wie die ersten Tage dieses Plans verlaufen werden und erfahrungsgemäß sind die ersten auch die schwersten, die, an denen man sich am meisten zusammenreißen muss. Läuft es dann erst einmal, geht alles wie von alleine. Einen ähnlichen Plan habe ich zu Anfang des dritten Semesters schon mal durchgezogen und da bin ich schon extrem schnell voran gekommen. Mal schauen, was diesmal passiert.

In jedem Fall kann ich euch wirklich nur empfehlen euch solch einen Plan zu machen, wenn ihr etwas in kurzer Zeit erreichen wollt, denn selbst wenn ihr es am Ende nicht schaffen solltet, so habt ihr trotzdem eine ganze Menge geschafft und wahrscheinlich mehr als wenn ihr diesen Plan nicht versucht hättet umzusetzen. Egal wie es endet, man gewinnt am Ende eigentlich immer etwas und das ist das Schöne an solch einem Plan!

Falls ihr ähnliche Pläne gemacht habt oder Erfahrungen mit solchen Plänen habt, dann schreibt es mir auf jeden Fall in die Kommentare. Ich bin gespannt, was ihr so für Sachen gemacht habt oder vor habt.

Kommentare:

  1. Ich weiß ja aus deinen Videos schon, dass du gerne "ausrastest" und dir gerne hohe Ziele und so weiter steckst. Ich bin mir auch darüber im Klaren, dass du ein logisches Denken ziemlich an erste Priorität setzt.

    Aber wenn du mich fragst, solltest du manche Sachen eher spontan und nach Bauchgefühl entscheiden. Einen ganzen Monat, oder sogar 2 Monate, so strikt durchzustrukturieren würde mir persönlich nicht gut tun- irgendwo solltest du dir, wenn nicht sogar Pausen und Freizeit, variable Sachen einbauen.

    Du könntest dann z.B. sagen "Von 15-16 Uhr will ich irgendwas machen, was meine Aussprache verbessert" und dann am jeweiligen Tag selbst entscheiden, ob es dich grade nach etwas Anime, lieber dem japanischen Club, oder doch nach etwas Hörübungen sinnt.

    Ich finde deine Einstellung, dich zu disziplinieren, vorbildlich und es passt auch zur generellen Mentalität der Japaner, gerne und viel zu arbeiten, aber ich finde es etwas gefühlskalt, seinen ganzen Tag - mehrere Monate lang - auf die Arbeit auszurichten. Da solltest du dir doch noch ein bisschen mehr "Mensch sein" gönnen :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Es kommt in dem Plan vielleicht nicht ganz rüber, aber der Plan ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich am Tag mache. Neben dem Plan gibt es noch viele andere Dinge, die meinen Alltag gestalten. So gehe ich zwei mal in der Woche Badminton spielen, an einem Tag auch noch Tischtennis, treffe mich mit Freunden zum Tandem bzw. auch einfach so mit Freunden und mache was mit denen, gehe in die Uni, muss dafür auch noch einiges machen usw.

      Freizeit habe ich also definitiv mit eingeplant. Es ist aber auch so, dass mir dieser Plan und die Inhalte einfach unglaublich Spaß machen. Die Woche, die ich das ganze jetzt durchgezogen habe, war die beste seit langem. Ich bin viel motivierter und wesentlich zufriedener. Japanisch ist das was ich machen will und somit alles andere als eine Belastung. Zudem verbinde ich mit "Lernen" etwas total positives und verstehe nicht, warum Leute immer eine Pause vom Lernen brauchen. Ich will den ganzen Tag neue Dinge lernen und erfahren.

      Generell muss man aber auch sagen, dass man ohne einen Plan einfach nicht weiter kommt im Leben bzw. nicht wirklich voranschreiten kann. Man muss sich Pläne machen, um Ziele erreichen zu können und die Disziplin zu fördern. Eine Sache, die eigentlich fast alle erfolgreichen Leute, und mit erfolgreich meine ich hier nicht viel Geld verdienen oder so, sondern im Leben erfolgreich sein, gemeinsam haben, ist, dass sie planen und ihre Pläne in die Tat umsetzen.

      Mit Gefühlskälte hat das meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun. Ich komme viel mit Leuten in Kontakt und tausche mich auch gut mit ihnen aus. Keine Ahnung, ob es nur so ein Gefühl von mir ist, aber so wie du das Wort "Arbeit" benutzt, hat es für mich den Anschein, als ob du damit eher etwas negatives bzw. lästiges verbindest. Bei mir ist das wie gesagt überhaupt nicht der Fall. All das was ich momentan mache/arbeite habe ich mir selbst ausgesucht und macht mir unglaublich Spaß. Es gibt wohl momentan nichts, was mir mehr Spaß machen würde. Ich persönlich finde es nicht schlecht sein Leben auf die Dinge auszurichten, die einem Spaß machen.

      Ich gönne mir manchmal glaube ich sogar ein wenig zu viel "Mensch sein" :D

      Löschen
  2. Gut, wenn deine Arbeit genau das ist, was dich erfüllt, dann hast du alles richtig gemacht :) Dann kann ich verstehen, wie du so einen Plan durchziehen kannst ^^

    AntwortenLöschen